Die Abteilung

Die Fußballabteilung hat in der Nachkriegszeit in vielerlei Hinsicht Höhen und Tiefen erlebt. Dabei ist die sportliche Entwicklung der aktiven Mannschaften und der Jugendabteilung zu betrachten, aber auch die umfangreiche Bautätigkeit.

Die aktiven Mannschaften

Im Jahr 1946 erwachte die Fußballabteilung zu neuem Leben. Als der Sportplatz in diesem ersten Nachkriegsjahr gründlich renoviert wurde, waren die Voraussetzungen geschaffen, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Rasch gelang es, wieder eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen, nicht zuletzt mit Hilfe von Spielern, die aus Familien von Heimatvertriebenen stammten und nun für die Fußballer eine erhebliche Verstärkung bedeuteten.

Die ersten beiden Jahre in der Bezirksklasse Tauber verliefen erfolgreich: Platz 1 und 3 bei allerdings nur 6 bzw. 8 Mannschaften. Weniger gut lief es 1948/49 in der Bezirksklasse Odenwald, aus der die Mannschaft in die A-Klasse Tauberbischofsheim abstieg.

Nach dem sofortigen Wiederaufstieg spielten die TSV-Fußballer ab 1950/51 in der damals neu gebildeten 2. Amateurliga Odenwald bis Mitte der 1960er Jahre eine sehr gute Rolle und waren meistens im oberen Tabellendrittel platziert. 1952/53 wurden sie punktund torgleich mit FC Freya Limbach sogar Meister; weil aber der TSV erst durch Nachholspiele gleichgezogen hatte und die Limbacher mittlerweile bereits mit zwei Niederlagen in die Aufstiegsrunde gestartet waren, verzichtete man auf ein Entscheidungsspiel.

In den 1950er und 1960er Jahren waren immer wieder einmal namhafte Gegner zu Gast. Aus Anlass der 1200-Jahrfeier der Stadt im Jahr 1955 holte der Abteilungsleiter Sepp Hofmann die beiden Oberligamannschaften VFR Mannheim und Karlsruher Sportclub nach Tauberbischofsheim, damals eigentlich eine attraktive Partie, die aber nicht den erwarteten Besuch hatte, so dass in der TSV-Vorstandssitzung vom 7. Juli 1955 über ein finanzielles Defizit geklagt wurde. Keine finanziellen Risiken gab es bei Spielen gegen Mannschaften, die nichts kosteten, etwa gegen die Studentenfußballer der Universität Heidelberg, die öfters zu Gast waren und in deren Reihen namhafte Spieler der höchsten deutschen Spielklassen mitwirkten.

Bei der Gründung der Partnerschaft mit Vitry-le-François im Jahr 1966 gehörten die Fußballer zu den ersten, die mit der Partnerstadt einen sportlichen Wettkampf austrugen. Das Spiel war der Auftakt zu zahlreichen weiteren Begegnungen zwischen den Fußballmannschaften der beiden Partnerstädte.

Um die sportliche Entwicklung der 1. Mannschaft brauchte man sich bis Mitte der 1960er Jahre keine Sorgen zu machen. Da sprang immer ein einstelliger Tabellenplatz heraus. Aber dann ging es doch schnell bergab, so dass am Ende der Saison 1966/67 der Abstieg nicht zu vermeiden war. Aber nach nur einem Jahr in der A-Klasse gelang der sofortige Wiederaufstieg. Nach einem erneuten Abstieg befand man sich im Spieljahr 1970/71 wieder in der A-Klasse, und das bis 1973/74.

Dieser letztere Abstieg war besonders bitter; denn ausgerechnet im Jahr des 50-jährigen Jubiläums der Fußballabteilung, das vom 18. – 26. Juli 1971 mit einem attraktiven Programm gefeiert wurde, spielte die Mannschaft nicht in der 2. Amateurliga, der sie fast zwei Jahrzehnte lang angehört hatte. Ab 1974/75 war die 2. Amateurliga Odenwald wieder erreicht. In dieser Spielklasse, die ab 1977/78 in Landesliga, Staffel 1 umbenannt wurde, war der TSV drei Jahrzehnte lang sehr erfolgreich und belegte fast immer einen einstelligen Tabellenplatz. Viermal sprang zwischen 1980 und 1985 nur der undankbare dritte Platz heraus. In der Saison 1985/86 gelang unter Trainer „Charly“ Ruff dann doch der ganz große Wurf: die Meisterschaft und der Aufstieg in die Verbandsliga Nordbaden. Das Gastspiel in der höheren Klasse dauerte allerdings nur ein Jahr.

Meistermannschaft 1991/92

Nach dem Abstieg erreichte die Mannschaft in der Landesliga auf Anhieb den zweiten Platz und verfehlte den sofortigen Wiederaufstieg nur knapp. Am Ende der Saison 1991/92 war es doch wieder so weit: unter Trainer Hans-Jürgen Heisler wurde erneut die Meisterschaft an die Tauber geholt. Wie sechs Jahre zuvor war aber auch diesmal das Abenteuer Verbandsliga schon nach einem Jahr beendet. Trotzdem zählen die beiden Meisterschaften und Verbandsligajahre zu den größten Erfolgen, auf welche die TSV-Fußballer stolz sein dürfen.

In der Landesliga spielten sie dann noch mehr als ein Jahrzehnt eine gute Rolle und waren meistens in der oberen Tabellenhälfte zu finden. Nach der Jahrtausendwende aber häuften sich die Probleme, weil Leistungsträger ihre Laufbahn beendeten oder den Verein wechselten. Durch den Einbau von Jugendspielern gelang es noch einige Jahre, den Klassenerhalt zu sichern. Am Ende der Saison 2004/05 war jedoch der Abstieg aus der Landesliga, der man 30 Jahre – nur durch die beiden Verbandsligajahre unterbrochen – angehört hatte, endgültig besiegelt.

Seit der Saison 2005/06 spielt die Mannschaft in der Kreisliga. Einige Male war sie ganz dicht am Wiederaufstieg, in den letzten Jahren bewegte sie sich mehr im Mittelfeld der Tabelle. Die junge Mannschaft, in der fast ausschließlich Tauberbischofsheimer Eigengewächse oder beim TSV ausgebildete Spieler auflaufen, ist im Umbruch; sie steht nicht unter Aufstiegszwang. Irgendwann sollte das Ziel Landesliga allerdings wieder erreicht werden können.

Die 2. Mannschaft hatte schon immer mit personellen Problemen zu kämpfen, da häufig Spieler an die 1. Mannschaft abgestellt werden mussten. Trotzdem wurden teilweise beachtliche Erfolge errungen, besonders in den 1990er Jahren unter dem erfahrenen Spielertrainer Jürgen Papenhoff. Als sich der Spielermangel fortsetzte, musste die 2. Mannschaft sogar einige Jahre vom Spielbetrieb abgemeldet werden.

Spieler der 1. und 2. Mannschaft im Jubiläumsjahr 2013

Ein Neubeginn wurde erst möglich, als seit 2000/01 eine Spielgemeinschaft mit dem SV Hochhausen vereinbart werden konnte. Von der Kreisklasse C ist die Mannschaft mittlerweile in höhere Spielklassen aufgestiegen, hat auch einige Rückschläge gut verkraftet und hat am Ende der Saison 2011/12 unter Trainer Michael Karle den Aufstieg in die Kreisklasse A geschafft. Die Spielgemeinschaft mit dem SV Hochhausen hat sich auf jeden Fall bestens bewährt.

Zu den sportlichen Aktivitäten der Fußballabteilung zählt auch die Ausrichtung des Horst-Reinheimer-Turniers jedes Jahr am Dreikönigstag in der Grünewaldhalle. Benannt ist das Turnier nach Horst Reinheimer, der schon als aktiver Spieler in der Vereinsarbeit unermüdlich tätig war, aber viel zu früh, schon 1989, verstarb. Das seit 1990 ausgetragene Turnier hat sich in der gesamten Region und darüber hinaus mittlerweile einen sehr guten Ruf erworben.


Abeilungsleiter

Jürgen Roth
Bahnhofstraße 5
97941 Tauberbischofsheim

09341 12401

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